70 Jahre: Das andere Geschlecht

1949 erschien Simone de Beauvoirs bekanntestes Werk Das andere Geschlecht. Radikal hinterfragt die französische Philosophin und Schriftstellerin darin Mythen und Vorurteile über Frauen, das sogenannte „zweite Geschlecht“: „Die Menschheit ist männlich, und der Mann definiert die Frau nicht als solche, sondern im Vergleich zu sich selbst: sie wird nicht als autonomes Wesen angesehen.“ Der Mann, so Beauvoir, setzt sich als Subjekt, als das Eine – die Frau hingegen wird als Objekt, als das Andere gesetzt. Das Resultat: Die Frau dem Mann untergeordnet, das heißt, nicht gleichgestellt, und Beauvoir möchte wissen, warum das so ist.

In ihrer Analyse stützt sich Beauvoir auf zahlreiche Beispiele aus Literatur und Kultur, zitiert Texte aus den verschiedensten Disziplinen und kommt zu dem Schluss: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ Geschlecht, stellt sie fest, ist eine soziale Kategorie, kein Schicksal. Eine damals empörende und anstößige Aussage.

70 Jahre später hat sich vieles verändert – vieles aber auch nicht. Warum sollte man heute noch Simone de Beauvoir und insbesondere Das andere Geschlecht lesen? Dieser Frage geht eine aktuelle Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte nach. Unter anderem finden sich darin Texte von Margarete Stokowski und Karen Vintges, ich habe ein Kurzporträt von Beauvoir geschrieben. Das Heft kann kostenfrei über die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bestellt werden.

 

 

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