Nachwort: Ich, Unica

Dieses Jahr ist Norwegen Gastland auf der Frankfurter Buchmesse – umso mehr freue ich mich, dass ich zu diesem aus dem Norwegischen übersetzten Buch ein Nachwort habe schreiben dürfen: Ich, Unica von Kirstine Reffstrup (übersetzt von Elke Ranzinger).

Die Prämisse: Es ist 1957, das Künstlerehepaar Unica und Hans hat sich vom Leben in Paris und Berlin in ein Haus im französischen Dorf Ermenonville zurückgezogen. Als Hans eines Tages einen Brief von einem Kunsthändler erhält, der ein neues Werk kaufen möchte, beginnen er und Unica damit dieses neue Werk zu schaffen: Eine Puppe in Menschengröße. Während Unica den Faden führt und die Jacke der Puppe näht, werden die Fäden zu ihrem Leben in Berlin vor und nach dem Krieg gezogen. Ich, Unica ist eine literarische Fantasie über historische Personen, die Zeichnerin und Autorin Unica Zürn (1916-1970) und ihren Partner, den Maler Hans Bellmer (1902-1975).

„Seit wir hier sind, haben wir keinen Menschen gesehen. Ich bin glücklich. Wir sitzen vor dem Haus auf der Veranda, Hans blättert in einem Kunstband, und ich versuche, ihn auf mich aufmerksam zu machen. Die Schatten kommen näher. Er sieht mich nicht an, er betrachtet die Bilder. Unter der Krone der Linde seine hohen Schläfen, der Scheitel kahl wie ein Ei. Eben noch bohrte er mit dem Finger durch das Loch in meinem Kleid. Wir lachten. Ich fädelte die Nadel ein, ließ das Loch aber.“

Ich, Unica

unica

Ich, Unica von Kirstine Reffstrup ist im Nord Verlag erschienen, hat 227 Seiten und kostet 22 Euro.

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